Wind-Action und Australien-Feeling im Süden

Nachdem wir die erste Woche in San Vito ausgiebig am Fels verbracht hatten, zwang uns das Wetter zu einem spontanen Tapetenwechsel. Für fünf Tage war starker Mistral aus Nordwest angesagt – und zwar nicht zu knapp, mit Spitzen von über 40 Knoten! Bei so viel Wind und den angekündigten Regenfronten macht Klettern am Fels ohnehin keinen Spass.

Womo laden und ab in den Süden

Da Puzziteddu bei dieser Windkonstellation eigentlich perfekt funktionieren sollte, machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. Okay, so richtig Süden ist es ja nicht, eher etwas verschieben, denn der Spot ist nur 100 km von San Vito lo Capo entfernt. Für den Reistag versprach der Wetterbricht 20 mm Regen 🌧️, also packen und looos.


Neuer Standort neues Glück 🍀

In Puzziteddu angekommen, regnete es zwar wie erwartet, aber der NW-Wind war schon voll da. Nur zwei Windsurfer waren draussen – und obwohl eigentlich ein Ruhetag geplant war, konnte ich mich nicht zurückhalten.

Erste Session und schwere Arme

Surprise surprise, der Side-Off-Wind und die sich aufbauende Welle versprechen eine tolle Abwechslung. Nur leider hat mir nach den intensiven Klettertagen und der langen Windsurfpause schlicht die Kraft gefehlt. Ich hatte einen Mega-Pump in den Unterarmen! Aber halb so wild: Es waren ja fünf Tage Wind im Forecast, also kein Stress 😊.


Super Setup bei Franceso

Komplett platt, aber happy, war ich froh mich in die „Hope“ (so haben wir unser Womo getauft) zurückzuziehen und und freute mich riesig auf das Nachtessen.

Dann kam der Big-Day

Am nächsten Tag legte der Wind noch mal zu! Mittlerweile hatten wir 4 Meter Welle und böigen Sideoff-Wind dazu eine amtliche Strömung... Wir alle (3-Personen 🤣) standen am Strand und überlegten ob wir nun raus gehen oder nicht. Aufgrund meinen müden Armen und noch nicht kennen des Reviers, entscheid ich mich für die Foto-Kamera-Session und machte den lang ersehnten Pausentag 😏.


Zeit zum Fotografieren - Wind war up and down

Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte! Kollege Francesco war draussen und legte eine ordentliche Schwimmsession hin, weil der Wind auf Nord drehte und immer böiger wurde. Zum Glück kam er ohne Schaden am Rescue-Beach wieder rein 😇.

Puzziteddu, das Windresort von Franceso

Francesco und seine Frau haben hier ein wirklich schönes Resort aufgebaut – sehr gepflegt und direkt am Meer. Da man nur über eine Gravel-Road zum Spot kommt, hat das Ganze fast ein bisschen Australien-Feeling.


hier könnte man auch länger bleiben, etwas wärmer für den Sundowner direkt am Meer wäre schön 🍻

Zu dieser Jahreszeit kann man mit dem Womo easy direkt am Beach freistehen. Was wir auch gemacht haben (alleine), allerdings mit etwas Sicherheitsabstand zum Resort, da die Strasse fette, wassergefüllte Schlaglöcher hat und wir keine Überraschungen riskieren wollten. Den kurzen Fussmarsch zum Resort nimmt man gerne in Kauf, denn zu dieser Jahreszeit ist man froh, wenn man nicht ganz alleine auf dem Wasser ist. Jedenfalls hatten wir superlustige Gespräche aus einem Mix Englisch, Italienisch und Spanisch – am Ende wusste jeder von jedem, was Sache ist 😂.


Wiiiind ohne Ende

Zu den Temperaturen: das Wasser war mit 17 Grad fast schon «warm» – ich fror an Land an die Füsse, im Wasser war es dann fast schon warm. Die Luft war meist so um 14-16 Grad, was okay war - der Windchill war etwas unangenehm, aber im Grossen und Ganzen wärmer als erwartet.

Wie geht’s weiter?

Jetzt stellt der Wind langsam ab, was dann auch wieder zu besserem Schlaf führt - krass wie wir die Nächte durchgeschüttelt wurden. Auch die Regenfronten sind jetzt zuz Ende und die Sonne lässt sich wieder länger blicken. Nicht nur gut für das Gemüt, sondern auch für die PV-Anlage, resp. Batterien laden.
Für uns heisst das: Wir ziehen wieder Richtung Fels. So langsam wird das mit den „Rest-Days“ zum Problem... 😉

Stay tuned!

Esthi & Björn

Bjoern