Roadtrip-Update: Zwischen Kletter-Flow und Gassen-Krimi

Zwischenstopp in Gythio bevor...

Nach einer fantastischen Zeit in Leonidio war die Frage, ob wir nun weiter nach Gythio zu Paps und Ursi fahren oder ob wir noch zuwarten, bis die Fähre nach Kreta fährt. Die Entscheidung wurde uns insofern abgenommen oder beeinflusst, dass wir beide platt vom Klettern waren sowie mein Rücken wohl etwas Zugwind erwischt hatte und ich somit sowieso etwas kürzer treten musste. Somit entschieden wir uns, via Kosmas nach Gythio zu fahren. Spannende Reise durch enge Schluchten und über Pässe mit engen Strassen, doch verglichen mit dem, was noch kam, eigentlich "Nasenwasser" – mehr dazu später 😉.

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Camping Mani Beach von oben, auch nicht schlecht 😍

In Gythio angekommen, checkten Esthi und ich zum ersten Mal seit Reisebeginn auf einem Campingplatz ein. Die Wiedersehensfreude mit Paps und Ursi war gross, und ich gönnte mir erst einmal den Luxus einer gefühlt endlosen, heissen Dusche und einer gründlichen Nassrasur. Nachdem Esthi dann noch das Coiffeur-Messer schwang, fühlte ich mich endlich wieder wie ein Mensch 🕺.

Campingleben und erneute Planänderung

Auf dem Campingplatz Mani Beach, welchen wir nur empfehlen können, konnten wir nun auch einmal die Sonnenstore ausfahren und uns «wie richtige Camper» einrichten und breitmachen 😂. So wurde dann auch der Grill ausgiebig «eingegrillt»: Fleisch, Gemüse und schlussendlich gab es als Ofen-Ersatz sogar eine selbstgemachte Pizza, lecker Schmecker.


Grill, Grill und nochmals Grill, wenn schon dann schon 🍕

Auflösung «warten auf England»

Und so verging Tag um Tag. Endlich kam das Ersatzteil aus England für Paps' Womo und eigentlich wären wir nun «ready for Crete» gewesen. Doch die ständig über uns fliegenden Kampfjets des US-Stützpunktes auf Kreta haben uns dazu bewogen, die Reise nach Kreta auf «später» zu verschieben, da ja bekanntlich mit Trump die politische Lage gefühlt stündlich ändern kann. So schlenderten wir durch den Markt in Gythio und winkten der Fähre nach Kreta zu. Btw: Es gingen keine Handvoll Womos auf die Fähre…


Freitag ist Markt-Tag

Wir genossen das herrliche Wetter bei Spaziergängen am Strand, einer Velotour mit feinem Essen nach Gythio und Jassen an der Sonne.


Gemütlich Fisch essen in Gythio

Nachdem klar war, dass wir vorerst nicht nach Kreta überfahren würden, planten wir die nächste Woche, für die leider viel Regen angesagt war 🌧️. Der allgemeine Tenor war jedoch klar: zurück Richtung Leonidio. Während Paps und Ursi nach ein paar Tagen in der Region weiter nach Nafplio ziehen wollen, schauen Esthi und ich situativ, wie es für uns weitergeht. Da es in Leonidio noch einige ungekletterte Routen gibt 😉 und es uns dort gut gefällt, werden wir vermutlich noch eine Weile dort verweilen.

Der Krimi von Kyparissi

Wir traten gestern Morgen bei wechselhaftem Wetter die Rückfahrt über Kyparissi an, da ich mir trotz der schlechten Vorhersage zumindest die Kletterspots ansehen wollte. Unterwegs stand ein Abstecher zur Vlychada Beach fest auf dem Programm – schliesslich wird diese immer wieder als absoluter Traumspot beschrieben. Da die Anfahrt jedoch als steil und nur für 4x4-Fahrzeuge oder maximal VW-Busse machbar gilt, war schnell klar: Das ist nichts für unsere Hope.

Am Abzweiger schnappte ich mir kurzerhand Vito und die Drohne. Ich fuhr gemütlich durch die beiden Dörfchen, grüsste die gastfreundlichen Griechen und versuchte, nicht von den Hirtenhunden erwischt zu werden 🤣🛵.

Als ich dann um die Ecke bog und den ersten Blick auf die Küste erhaschte, blieb mir der Kiefer offen stehen: Wow, was für eine Aussicht und was für eine Bucht! Und dort soll man tatsächlich noch klettern können? Genau so stellt man sich das Paradies vor … aber macht euch am besten selbst ein Urteil.

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Was für eine Beach und Gegend 🔥

Zurück bei Esthi und Hope entschieden wir, gleich dort zu schlafen und am Morgen situativ zu entscheiden, ob wir an der Vlychada Beach klettern gehen oder weiter nach Kyparissi fahren.


Das wäre ihr Preis gewesen

Der Regen in der Nacht verhiess nichts Gutes – es war klar, dass wir direkt nach Kyparissi weiterfahren würden. So starteten wir entspannt die letzten 30 Minuten der Strecke. Als wir von weit oben auf Kyparissi hinunterblickten, wurde uns schnell bewusst: Das wird steil und eng 🤔. Die nasse, schmierige Fahrbahn machte die Sache nicht gerade einfacher, aber zum Glück kam uns vorerst niemand entgegen.


Morgenstund hat Gold im Mund – etwas Adrenalin zum Frühstück gefällig? 🤪

Also weiter, vorbei am Sektor Watermill bis mitten hinein nach Kyparissi. Uhi, jetzt wird’s aber richtig eng! Im ersten Gang, ganz piano um die Häuser, bis dann … tja, bis dann von unten ein ausgewachsener Lastwagen auftauchte 😬.


Dashcam-Perspektive: Sieht dann etwa so aus 😵‍💫

Ich versuchte es zuerst mit Rückwärtsfahren, doch auf der steilen, schmierigen Fahrbahn drehten die Vorderräder sofort durch! Der Lastwagenfahrer winkte jedoch gelassen ab und setzte seinen Brocken rückwärts durch die enge Gasse – Respekt Bro! Ein Grieche, der das Treiben beobachtete, streckte uns den Daumen hoch 👍 und sagte trocken: «Welcome to Kyparissi». Wir waren jedenfalls heilfroh, als wir diesen Krimi schadlos überstanden hatten.

In Kyparissi regnete es mittlerweile in Strömen. Da die Schilder mit «No Camping» und Androhungen von 3000 € Bussgeld unmissverständlich waren, entschieden wir uns zur Weiterfahrt. Nun sind wir auf halber Strecke nach Leonidio beim Sektor Kapsala gestrandet.


Warten beim Sektor Kapsala – der Fels sieht auch hier vielversprechend aus 😍

Hier stehen wir mit unserer «Hope» gut und geniessen die tolle Aussicht, auch wenn sie momentan von dunklen Wolken dominiert wird. Hoffen wir einmal, dass es morgen nicht wie angekündigt 30 mm Regen gibt … na dann: Schau mer mal, dann seh’n mer mal.

Bis bald, hoffentlich wieder mit Sonnenschein!
Esthi & Björn

Bjoern