Ciao Italia und Kalimera Griechenland
Abschied von Sizilien und Griechischer Fels-Check in Nafplio
Nachdem wir unser Surfmaterial sicher verstaut hatten, machten wir uns schweren Herzens auf den Weg Richtung Griechenland. Die erste Etappe führte uns nach Messina, um mit der Fähre aufs italienische Festland überzusetzen. Die Überfahrt war kurz und schmerzlos, und schon bald machten wir mit unserer Hope wieder ordentlich Strecke.

Überraschung in Kalabrien
Kalabrien hat uns landschaftlich total geflasht. Ehrlich gesagt hatten wir die Region völlig falsch eingeschätzt – wir dachten an flach und trockene Steppenlandschaft, doch das Gegenteil war der Fall: hohe, schneebedeckte Berge, satte grüne Wiesen und später türkisblaue Sandstrände. Dazu kamen Autobahnen, die den Namen wirklich verdient haben. Ein krasser Kontrast zu Sizilien, wo die Strassen oft eine Zumutung sind: Schlagloch an Schlagloch, gepaart mit viel Müll am Rand 😵💫.
Der Hafen-Krimi in Bari
Gut kalkuliert liefen wir in Bari ein. Den üblichen „Hafen-Fähre-Schifffahrtsbüro-Krimi“ haben wir souverän gemeistert und uns für die 17-stündige Überfahrt nach Patras spontan eine Kabine gegönnt. Zusammen mit drei anderen Womos standen zum Verlad bereit. Zu dieser Jahreszeit ist absolut nichts los – alles sehr entspannt. Ich erinnere mich, wie das vor 33 Jahren war, als ich als junger Backpack-Bursche hier im Hochsommer unterwegs war... Action pur!
Als nachts um 04:00 Uhr die Durchsage für Igoumenitsa kam (bereit machen zum Aussteigen), drehten wir uns in unserer Kabine nur gemütlich im Bett um und waren froh, bis Patras gebucht zu haben 😴. Super erholt verliessen wir das Schiff um 13:00 Uhr und steuerten direkt Nafplio an.
Ankunft auf der Argolis: Karathona Beach
In Nafplio angekommen, zog es uns an den Karathona Beach. In Nafplio links abbiegen, über den Berg – und dann dieser Wahnsinn-Ausblick! Unten am Strand parkten wir unter Bäumen neben ein paar Alt-Hippies in ihren T2-Bussen. Nach der langen Reise genossen wir den verdienten Apéro bei einem Bilderbuch-Sonnenuntergang.

Fels-Check in Nafplio
Am nächsten Tag ging ich früh mit dem Bike auf Erkundungstour. Entlang der Küste sah der Fels von weitem super aus. Beim näheren Hinsehen kam die Ernüchterung: Viele Sektoren sind leider schon ziemlich „speckig“, sprich abgeklettert. Auch in entlegeneren Gebieten war die Felsqualität im Vergleich zu San Vito eher ernüchternd. Wir fanden zwar zwei Sektoren neueren Baujahres, die auch gut aussahen, aber der richtige Flow wollte sich nicht einstellen. Kurzer Entschluss: Weiter nach Leonidio!

Leonidio: Enge Gassen und erster Felskontakt
Die Fahrt die Küste entlang war traumhaft – super Landschaft und erstaunlich gute Strassen. In Leonidio wurden meine Fahrkünste dann doch gefordert. Während ich relativ entspannt blieb, war Esthi in den engen Gassen etwas angespannter. Schliesslich fanden wir den Kletter-Parkplatz und reihten uns zwischen den unzähligen Büssli ein.
Unseren ersten Klettertag verbrachten wir in den Gebieten Dornröschen und Game of Thrones. Ganz alleine am Fels konnten wir uns an deutlich besserem Fels als in Nafplio austoben.

Game of Thrones
Etwas weiter oben vom Sektor Dornröschen ist Game of Thrones. Der linke Teil sieht super aus

rechts geht so und ist lange im Schatten was ja nach Jahreszeit und Temperatur passen kann.
Der Ausblick ist auf jeden Fall lohnenswert!

Berliner Mauer
Tags darauf wollten wir es an der Berliner Mauer etwas athletischer angehen. Ich war 2019 schon mal mit Lexxi dort und hatte gute Erinnerungen. Den Hinweis im Führer bezüglich „etwas weitere Hakenabstände“ hatte ich dezent ignoriert... ein Fehler, wie sich herausstellte. In der Mitte der Route fehlten plötzlich die Haken. „keep in mind that some routes have runouts“ – jetzt wusste ich, was gemeint war! Irgendwie schummelte ich mich zum Standplatz und war froh, das Ding getickt zu haben. Ein Blick auf the crag bestätigte es: 1 Stern, 8 Exen auf 25 Meter – gefühlt waren die ersten sieben Exen nach der halben Route verbraucht...

Esthi hat danach souverän eine wunderschöne 2-Sterne-Route vorgestiegen, die deutlich humaner eingebohrt war. Doch noch ein cooler Klettertag und well done Esthi 🙌!
Am siebten Tag sollst du ruhen
Sonntag ist Ruhetag. Muskeln relaxen, durch Leonidio schlendern und das Kaiserwetter geniessen. Wir bleiben sicher noch eine Woche hier, bevor es vermutlich weiter nach Gythio geht. Dort treffen wir uns mit Paps und Ursi, um die Fähre Richtung Kreta zu nehmen.

So far Esthi & Björn






