Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei! Wir ziehen weiter und verlassen schweren Herzens Leonidio

Nach nun fast zwei Monaten auf dem Peloponnes wird es Zeit für einen Tapetenwechsel – es wird langsam zu heiss zum Klettern!


Klettern ging nur noch in Schattensektoren

Nachdem nach Ostern fast 90 % der Kletterer abgereist sind (vor allem die Kletternomaden, die den ganzen Winter vor Ort verbringen), genossen wir die Ruhe, die leeren Klettergärten und das fast schon verschlafene Leonidio. Mittlerweile kommen die „normalen“ Touristen, die vor allem die Sonne, die Wärme und das Meer geniessen wollen. Inzwischen wurden auch die ersten Strandbars geöffnet und das Wasser hat endlich angenehmere Temperaturen angenommen, sodass man auch mal länger als zehn Sekunden darin verweilen kann, ohne zu erfrieren 🤭.


Bye bye Leonidio, wir kommen wieder 🥰

Zwischendurch ging uns allerdings das Gas aus, was uns zu etwas Bewegung zwang. Da es in Leonidio keine Gasstation gibt, mussten wir bis nach Astros hochfahren. Diesen Pflichtausflug verbanden wir aber kurzerhand mit dem Angenehmen: einem Besuch im tollen Klettergarten Arcadia.


schöner Klettersektor nördlich von Leonidio - Arcadia

Da wir uns auf dem Plaka-Parkplatz mit Chris und Julia angefreundet hatten, zog es uns danach nochmals für ein paar Tage zurück nach Leonidio, wo wir die Zeit und die interessanten Gespräche sehr genossen. Ein letztes Mal tobten wir uns in den Schattensektoren aus, bevor wir definitiv unsere Zelte abbrachen. Unser Weg führte uns nach Piräus, von wo aus uns die Fähre zu unserem nächsten grossen Ziel bringen sollte: Karpathos!

Schlaflos auf der Fähre

Leider waren wir mit der Buchung etwas spät dran, weshalb keine Kabine mehr frei war 😬. Also hiess es: Sitzplätze buchen… Die 19-stündige Überfahrt versprach ungemütlich zu werden. Als kleinen Bonus teilte man mir beim Einschiffen auch noch mit, dass ich morgens um 04:00 Uhr eventuell das Womo in der Fähre umparkieren müsse, weil der Lastwagen hinter uns in Kreta von Bord wolle…


Björn noch frohen Mutes

An einen erholsamen Halbschlaf auf den Stühlen war bei diesen Aussichten natürlich erst recht nicht zu denken. Doch oh Wunder: Irgendwie klappte es am Ende doch ohne nächtliche Umparkier-Aktion.

Ankunft im Windparadies

Am nächsten Tag kamen wir verständlicherweise etwas geschlaucht auf Karpathos an. Vom Hafen ging es auf direktem Weg an den Surfspot, denn für den kommenden Tag war bereits Wind angesagt.
Am Spot angekommen, waren wir – bis auf ein zweites Womo – komplett alleine. Tomas, der andere Camper aus Slowenien, war sichtlich froh um Gesellschaft. Er wies uns perfekt in das Surfrevier und die örtlichen Gegebenheiten ein – ein absolut gelungener Start!


...besser als jeder Campingplatz...

Tags darauf hatten wir dann auch direkt gute Windsurfbedingungen. Allerdings erwartet uns hier ein komplett anderes Setup als in Sizilien: Flachwasser und keine Welle! Dafür besticht der Spot mit wunderschönen Wasserfarben, keinerlei Strömung und – was besonders schön ist – absolut keinem Plastik am Strand.
Einzig der starke Wind wird uns wohl noch einiges abverlangen. Da wir eigentlich eher die Leichtwind-Liebhaber sind, sind wir hier definitiv auf der falschen Insel gelandet. Karpathos ist schliesslich berühmt für seinen brutalen Starkwind. Da dieser aber vor allem im Juli und August so richtig ballert, hoffen wir bis Ende Juni noch auf halbwegs moderate Bedingungen.


Windsurfen im Flachwasser - die Farben sind der Hammer und das Wasser kristallklar

Kletter-Ernüchterung und Zwangspause

Karpathos gilt als aufstrebende Kletterinsel. Doch was wir bis jetzt gesehen haben, ist ehrlich gesagt etwas ernüchternd. Okay, nach zwei Monaten im Kletter-Mekka Leonidio ist der Vergleich vielleicht auch nicht ganz fair, aber die Sektoren hier im Süden sind doch sehr klein, die Routen etwas gesucht und man merkt, dass sie sehr wenig geklettert werden. Mal schauen, wie die gut bewerteten Sektoren oben im Norden aussehen.
Gestern waren wir dann am Fels, und leider hat sich meine Schulter dabei so verschlimmert, dass das Thema Klettern nun definitiv erst mal gestrichen ist. Leider muss ich auch auf das Windsurfen für ein paar Tage verzichten. Trotz Tape und fleissigen Übungen mit dem Theraband schmerzt die Schulter einfach zu stark. 🥺 Nun heisst es für mich einmal mehr: Füsse stillhalten und auf den Körper hören.


Vorerst Kletterpause - zum Glück in Leonidio zum Schluss nochmals alles gegeben 😁

Mal schauen – vielleicht zieht es uns als Nächstes in den Norden, um etwas zu wandern und uns die dortigen Klettergebiete einfach mal unverbindlich anzuschauen.

Das war’s fürs Erste von uns. Geniesst die Bilder und bis bald!

Björn & Esthi
Bjoern