Roadtrip-Catalunya-Lleida
Ein Reisebericht voller Bewegung, Entdeckungen und unvergesslicher Momente
Es gibt Reisen, die bleiben besonders lange im Gedächtnis – unser diesjähriger Roadtrip mit dem Wohnmobil von der Schweiz über Italien und Südfrankreich bis ins katalanische Lleida war so eine Reise. Geprägt von sportlichen Herausforderungen, spontanen Entdeckungen und dem ständigen Wechselspiel zwischen Aktivität und Erholung, führte uns diese Tour an einige der schönsten Kletter- und Windsurfspots Europas.
Vorbereitung nach einer erneuten Verletzung
Nach einer Zeit der Unsicherheit und Geduld, in der sich die Nerven in meinem Arm überraschend gut erholt hatten, kehrte langsam die Zuversicht zurück. Im Februar begannen wir in der Kletterhalle mit den ersten Trainings, um wieder Kraft und Beweglichkeit aufzubauen . Jeder Zug am Griff war eine kleine Bestätigung, dass das Abenteuer „Roadtrip“ tatsächlich in greifbare Nähe rückt 🙌. Ziel war Lleida im Hinterland von Barcelona – ein Name, der für Kletternde für erstklassige Felsen und mediterrane Lebensfreude steht.
Start in Finale Ligure – Sonne, Fels & italienische Lebensart
Am 16. März war es endlich soweit: Wir verstauten unser Equipment, füllten den Kühlschrank und steuerten mit dem Wohnmobil Richtung Süden. Unser erstes Ziel: Finale Ligure an der ligurischen Küste, ein Klassiker unter Kletterspots. Das Wetter war uns hold – blauer Himmel, angenehme Temperaturen und erstaunlich wenig Betrieb an den Felsen. So genossen wir drei Tage lang warmen, griffigen Fels, das entspannte Flair der ligurischen Riviera und natürlich die Köstlichkeiten der italienischen Küche. In dieser entspannten Atmosphäre fanden wir nicht nur perfekten Einstieg ins Felsklettern der Saison, sondern auch die Zeit zum Geniessen und Durchatmen.

Windsurfen in Carro – Windstärke und Überwindung
Nach drei intensiven Klettertagen meldeten sich Körper und Geist mit einer gewissen Müdigkeit – der perfekte Moment, um die Disziplin zu wechseln. In Südfrankreich kündigte sich starker Ostwind mit ordentlich Swell an, also packten wir zusammen und steuerten Carro an, einer unserer Lieblingsspots am Mittelmeer. Freunde waren bereits vor Ort und berichteten begeistert von den Bedingungen. Die Luft- und Wassertemperatur war mit 14 Grad allerdings noch ziemlich frisch und die Windstärken jenseits der 30 Knoten machten die Sache nicht einfacher. Esthi entschied sich, noch zu pausieren, während ich selbst erst etwas Überwindung brauchte, dann aber, einmal im Wasser, die Freude über den Umstand, dass ich mit meinem Arm nun wieder Windsurfen kann in vollen Zügen genoss 😍. Insgesamt blieben wir eine Woche in Carro, nutzten das Windfenster voll aus und erlebten fantastische Windsurftage mit bis zu masthohen Wellen.
Über Andorra nach Spanien – von Kälte und Schnee zu katalanischer Sonne
Als Wind und Wellen nachliessen und auch die Vorräte zur Neige gingen, machten wir uns auf den Weg ins Landesinnere. Auf dem lokalen Markt in Carro und direkt bei den Fischer besorgten wir frischen Thunfisch für die nächsten Tage – ein kulinarisches Highlight, das wir jedesmal auf ein neues geniessen.
Die Route führte uns über Andorra Richtung Pyrenäen. Je näher wir Richtung Andorra kamen, desto kälter wurde es. Auf der Passhöhe schneite es bei nur einem Grad 🥶. Nicht unbedingt das, was wir uns für einen Frühlings-Roadtrip erhofft hatten! Umso erleichterter waren wir, als es auf der spanischen Seite langsam wieder wärmer wurde.
Da die Fahrt anstrengender als erwartet war, beschlossen wir, unterwegs zu übernachten. Beim abendlichen Blick in den Kletterführer fiel uns auf, dass wir nur wenige Minuten von einigen interessanten Klettergebieten entfernt waren. Kurzerhand entschieden wir, unser geplantes Programm anzupassen und am nächsten Tag das Gebiet Perles zu besuchen – ein Glücksgriff! Wir fanden perfekten Fels, absolute Ruhe und angenehme Sonnenwärme vor 🌞. Drei Tage verbrachten wir in dieser eher unbekannten Perle der katalanischen Kletterwelt, genossen die Einsamkeit und sammelten neue Kraft.

und weiter ging es Talabwärts nach Camarasa
Mit den letzten Gasreserven, die wir morgens zum Heizen benötigten (nachts war es kaum über dem Gefrierpunkt), wurde es Zeit, weiterzuziehen. Nach dem Auffüllen unserer Vorräte – Gas, Diesel, Essen – ging es talabwärts in die Region Camarasa, eine Gegend, die unter Kletternden längst kein Geheimtipp mehr ist. Unser erster Halt war St. Llorenc de Montgai, wo Esthi zum ersten Mal an Konglomeratgestein kletterte🧗. Die Berglandschaft präsentierte sich von ihrer schönsten Seite und es waren nur wenige andere Kletterer unterwegs – ein echter Luxus.
Von hier ging es weiter nach Camarasa, wo wir auf einem öffentlichen Stellplatz unser Basislager aufschlugen. Mit dem Roller erschlossen wir die umliegenden Klettergebiete, die alles boten, was unser Herz begehrt: Routen in allen Schwierigkeitsgraden, Felsen in jeder Himmelsrichtung und für jedes Wetter, mal sonnig, mal schattig – je nachdem, was der Tag so brachte. Es war beeindruckend, wie nah die verschiedenen Gebiete beieinander lagen und wie flexibel man je nach Wind- und Wetterlage wählen konnte. Fast eine ganze Woche verbrachten wir hier, kletterten, entspannten, erlebten kleine Abenteuer und tankten Sonne 👌.

Wetterumschwung und Rückreise – Sonne, Regen und ein letzter Stopp am Meer
Die Zeit verging wie im Flug und der Urlaub näherte sich dem Ende. Eigentlich wollten wir noch weitere Gebiete rund um Lleida erkunden, doch das Wetter schlug um: Regen war angesagt und die Bedingungen verschlechterten sich. In Südfrankreich dagegen wurde wieder guter Wind gemeldet. Wir entschieden uns also, an die Küste zurückzukehren, diesmal entlang der spanischen Mittelmeerküste.
In Carro erneut angekommen, genossen wir zwei weitere Tage bei moderatem Wind und viel Sonnenschein – ein perfekter Abschluss für unseren aktiven Roadtrip.
Schliesslich stand die letzte Etappe nach Hause an. Die Entscheidung fiel zwischen der Fahrt über das Rhônetal und Genf oder erneut über Italien. Da noch ein Tag für eine Aktivität übrig war, planten wir, früh loszufahren und noch einen Nachmittag in Finale Ligure zu verbringen.

Finale Ligure – Ostertrubel und entspannter Ausklang
Zurück in Finale Ligure überraschte uns der Osteransturm: Der Stellplatz war voll und überall wimmelte es von Reisenden 🤔. Glücklicherweise fanden wir noch einen Campingplatz der noch einen freien Paltz hatte. Am Felsen war entsprechend viel los, aber gegen späten Nachmittag lichteten sich die Reihen, sodass wir doch noch ein paar ruhige, sonnige Stunden beim Klettern geniessen konnten. Am nächsten Tag traten wir die Heimreise an.

Resümee
Unser Roadtrip von Finale Ligure über Südfrankreich nach Lleida war ein voller Erfolg: abwechslungsreiche Landschaften, sportliche Action, viele glückliche Momente und Entspannung in der Natur. Besonders die Flexibilität, spontan auf Wetter und Lust zu reagieren und neue Gebiete abseits des Mainstreams zu entdecken, war Gold wert 🥰.
Lleida selbst bleibt für uns ein Sehnsuchtsziel – zu viel blieb noch unentdeckt. Die Region mit ihren schier endlosen Klettermöglichkeiten, der herzlichen Gastfreundschaft und dem mediterranen Lebensgefühl hat uns begeistert. Wir sind uns sicher: Früher oder später werden wir dorthin zurückkehren und neue Perlen in den katalanischen Bergen entdecken.
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Björn & Esthi
