Jahresrückblick 2024, ein schwieriges Jahr!

Das Jahr 2024 ist vorüber, und das ist gut so! 2024 war ein sehr schwieriges Jahr, geprägt von unschönen Momenten.

Obschon das Jahr gut gestartet hatte – wir hatten drei wunderbare Wochen in Andalusien – war die schwere Krebserkrankung von Ronja omnipräsent. Seit Weihnachten 2022 wussten wir, dass Ronja Darmkrebs hatte und dieser innerhalb von wenigen Monaten mehr oder weniger im ganzen Körper Metastasen gebildet hatte. Dies war auch der Grund, warum wir keine größeren Reisen mehr machten und eigentlich nur noch mit dem Wohnmobil auf dem Festland Europas unterwegs waren.

Bei mir war dann Anfang April 2024 die Plattenentfernung des Schlüsselbeins geplant. Dieser ambulante Eingriff verlief dann auch problemlos. Ich sollte sechs Wochen piano machen, und dann wäre das Schlüsselbein so gut wie neu.

Nach zwölf Wochen Heilung und gutem Kraftaufbau dachte ich mir: Jetzt ist es gut! Ich ging beim Biken minimal mehr Risiko ein – und schwups: ein kleiner Sturz, natürlich auf die rechte Schulter, und knacks – Schlüsselbein wieder gebrochen! Nach dem Röntgen war klar, dass wieder eine Platte eingesetzt werden musste.

Emotional am Boden – war ich doch endlich wieder fit – hiess es wieder Pause machen. Doch es kam noch schlimmer: Nach der OP stellten wir fest, dass mein rechter Arm kaum noch funktionierte 😤!

Nach MRI und Abklärung beim Neurologen war klar, dass beim Sturz Nerven beschädigt wurden. Wie lange die Heilung dauern und ob die Funktion zurückkehren würde, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand sagen. Abwarten und hoffen, dass Kraft und Gefühl wiederkommen.

Ich setzte alle Hebel in Bewegung, um die Heilung bestmöglich zu unterstützen – in erster Linie mit Akupunktur und etwas Physiotherapie. Leider mit wenig Erfolg. Nach drei Monaten war ich dann bei einem Spezialisten im Balgrist, der eine neue Diagnose stellte. Dabei zeigte sich, dass nicht nur ein Nerv, sondern vier Nerven beschädigt waren – aber zum Glück noch minimale Signale leiteten! Im ersten Moment war das ein Schock, doch dann folgte die gute Nachricht: Es würde ein Geduldsspiel werden, aber die Chancen auf einen guten Heilungsverlauf standen gut 😇.

Mit einer gewissen Erleichterung, dass keine weitere OP nötig war und mit der Aussicht auf Heilung wusste ich: Jetzt heisst es einfach Geduld haben und alles für die Genesung optimieren. Also meldete ich mich neben Akupunktur und Physiotherapie auch zur Elektrostimulation im Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil an. Dazu kamen eine vitaminreiche Ernährung mit B-Vitaminen und vieles mehr... Immerhin war diese Baustelle nun adressiert, doch Ronja ging es zunehmend schlechter. Sie klagte über starke Schmerzen, die Chemo half nur noch bedingt, und ihre Lebensqualität nahm immer weiter ab.

Mit den Ärzten setzten wir alle Hebel in Bewegung, um Ronjas Leben so lebenswert wie möglich zu gestalten.
Doch letzten Endes war der Krebs stärker, und Ronja verliess uns am 08.12.2024 für immer 😫.

Die Begleitung von Ronja war emotional schwer und fordernd, aber – so kontrovers es klingen mag – auch schön: einen geliebten Menschen auf diesem Weg zu begleiten und sein Leben so erträglich wie möglich zu gestalten.
Solche Schicksalsschläge rufen einem ins Bewusstsein, sich im Leben auf das Wesentliche zu konzentrieren – denn es kann so schnell vorbei sein.

Aus eigener Erfahrung – nach zwei Schlüsselbeinbrüchen in Folge und eigentlich Dauertherapie – gibt es ein wichtiges Gut im Leben: die Gesundheit!

Meine seelischen und körperlichen Narben heilen ganz langsam. Irgendwann gibt es wieder Licht am Ende des Tunnels, und hoffentlich wird mein Arm wieder ganz gesund.
Ronja bleibt in meinem Herzen und passt ganz fest auf mich auf – damit ich in Zukunft vielleicht etwas unfallfreier durchs Leben gehen kann.

Bjoern